Redebeitrag im Rahmen der Demonstration „Demokratie braucht Rückgrat“ am 17. Februar 2020 auf dem Dresdner Altmarkt

Die große Liberale Marion Gräfin Dönhoff sagte: “Der Platz eines Liberalen ist zwischen allen Stühlen” Das ist mein Lieblingszitat von ihr, und es stimmt nach wie vor.
Liberale lassen sich – bestenfalls – nicht treiben, sondern haben einen Standpunkt und eine klare Haltung. Insbesondere, wenn es um demokratische Werte geht, die
unveräußerlich sind und nicht zur Debatte stehen. Wenn diese Werte aber bedroht sind, müssen Liberale laut werden. Zum Beispiel da, wo ein Rechtsextremist seinen Hass verbreitet. Ich bin daher dankbar für das Bündnis, das sich heute gefunden hat.

Redebeitrag im Rahmen der Demonstration „Demokratie braucht Rückgrat“ am 17. Februar 2020 auf dem Dresdner Altmarkt

Es ist ein weiterer Beitrag zur Vielfalt der Gegendemonstrationen, die heute ebenfalls hier sind. Ich möchte dabei ausdrücklich deren andauerndes Engagement gegen Leute wie Björn Höcke, gegen Rechtextremisten, würdigen.

Ich wünsche mir, dass von dieser Demonstration hier ein Signal ausgeht. Nicht nur die Erkenntnis, dass auch FDP und CDU wissen, wie man eine Demo anmeldet. Sondern auch, dass wir als Demokraten noch mehr zusammenstehen müssen, wenn unser Wertefundament massiv angegriffen wird. Das passiert vonseiten Björn Höckes und seinen Anhängern jeden Tag, und nicht nur, wenn Pegida spaziert. Haltung im Alltag ist das, was einen Liberalen und Demokraten ausmacht und was mir manchmal schmerzlich fehlt. Wir müssen uns wehren.

Und zwar nicht nur einmal und in der großen Gruppe vereint mit einem gemeinsamen Ziel, nämlich, ein deutliches Zeichen gegen Hass und Menschenverachtung zu setzen.
Sondern jeden Tag, wo es nötig ist. In der Straßenbahn den gemütlichen Sitzplatz verlassen, aufstehen und laut werden, wenn mal wieder Menschen rassistisch beleidigt werden. In den Sozialen Medien klare Kante zeigen, wenn die rechte Wut tobt. Überall.

Nicht einknicken und immer wieder an die demokratischen Grundwerte erinnern, die uns einen: Achtung vor der Menschenwürde und der parlamentarischen Demokratie, für die wir uns einsetzen müssen. Auch und gerade auf der kommunalen Ebene, wo die AfD wie hier in Sachsen oftmals stark vertreten ist.

Wir haben die Pflicht, das zu beschützen, was uns wichtig ist. Stehen wir nicht nur heute als Demokraten dafür ein, sondern nehmen uns den Platz. Heute, morgen und an jedem anderen Tag. Jeder von uns kann etwas tun, jeder muss etwas tun. Darum sind wir alle heute Abend hier.

„Demokratie braucht Rückgrat“ am 17.2.2020 in Dresden

Hintergrund: Aus Protest gegen den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke und die islam- und ausländerfeindliche Pegida-Bewegung, die zu ihrer 200. Kundgebung aufgerufen hatte, haben sich am Montag, den 17.02.2020 mehrere Tausend Menschen auf dem Neumarkt, direkt vor der Frauenkirche in Dresden versammelt. Neben Bündnissen wie „Dresden Nazifrei“ hatten auch die Kreisverbände der CDU und der FDP gemeinsam mit der Sächsischen Bibliotheksgesellschaft und drei Religionsgemeinschaften zur Gegendemonstration „Demokratie braucht Rückgrat“ aufgerufen. Unter den Unterstützern waren Ministerpräsident Michael Kretschmer und Roland Kaiser. Der sächsische FDP-Chef Frank Müller-Rosentritt war ebenfalls mitten im Geschehen. „Es ist mir wichtig, gemeinsam mit anderen Demokraten Haltung für Weltoffenheit und Toleranz zu zeigen“, begründete Müller-Rosentritt seine Demo-Teilnahme. Für die FDP Dresden sprachen Viola Martin-Mönnich (Stadtbezirksbeirätin) und Carsten Biesok (stellv. Kreisvorsitzender).

Presse-Echo: „Uns war es wichtig als FDP, dass wir hier mal ein deutliches Zeichen zeigen, dass 200 Mal Pegida 200 Mal zu viel ist. Gerade mit Björn Höcke haben wir den heftigsten Vertreter der AfD heute in Dresden und dagegen müssen wir ein Zeichen setzen“, so FDP-Politiker Carsten Biesok.
https://de.euronews.com/2020/02/18/in-dresden-demonstrieren-tausende-fur-und-gegen-pegida?

https://www.fdp.de/_dresdner-zeigen-haltung-fuer-weltoffenheit-und-toleranz